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XII. Zepernicker   Randspiele

Sankt-Annen-Kirche
16341 Zepernick bei Bernau (S-2)

Donnerstag   16. September 2004
bis
Sonntag        19. September 2004

 

16.Sept. 04  17.Sept. 04  18.Sept. 04  19.Sept. 04

DIE LANGE NACHT DAVOR ……

16. September 

20 Uhr
SANKT-ANNEN-KIRCHE ZEPERNICK

PROLOG

ENSEMBLE KUNSTKOPF
Improvisation mit
Manfred Machlitt / Dirk Specht / Taymur Streng (Elektronik), Helmut Zapf, Orgel

KATHARINA HANSTEDT
spielt
Rainer Rubbert
"Perché solo in una notte fonda brillano le stelle“
für Harfe solo

Der Titel des Stückes ist der Legende nach die Antwort des Hl. Benedikt auf die Frage des Teufels, wie er, der das Licht predige, in der Dunkelheit leben könne und ihn versuchte, das Einsiedlerleben in einer dunklen Höhle in der Nähe von Subiaco aufzugeben. Das Stück entstand im Hebst 2002 in Olévano Romano/Italien.

Rainer Rubbert 1957 in Erlangen geboren;1975-81 Kompositionsstudium an der HdK-Berlin bei Witold Szalonek;Aufführungen bei Festivals im In- und Ausland ("Internationale Gaudeamus Musikwoche“, “Budapester Frühling“);  Preisträger des Deutsch-französischen Jugendwerkes sowie des "Forum junger deutscher Komponisten für Orchestermusik, Kompositionsstipendien des Berliner Kultursenates; Stipendiat der Akademie der Künste in der Villa Serpentara in Olévano Romano/Italien. 1989 Gründung  und Leitung der Konzertreihe "Unerhörte Musik“ im BKA Berlin.

 

Susanne Stelzenbach
kommen sie

... das hörstück arbeitet mit klängen von instrumenten, geräuschen, sprache und phonetischem material, oft elektronisch verformt... wobei der text keine geschichte erzählt, sondern  in scheinbar  unzusammenhängenden, teils paradoxen worten, sätzen und halbsätzen situationen beschreibt, in die sich jeder selbst seine eigene geschichten hineinprojizieren kann.
Biographie unter www.hoyerstelzenbach.de

 

NATALIA PSCHENITSCHNIKOVA
singt
Sergej Newski
Pesnya
(1999) für Stimme solo

Als ich Sechszehn war, habe ich einmal in einem Moskauer  Hinterhof ein Kind auf der Schaukel gesehen, das im Rhythmus dieser Schaukel eine seltsame Melodie im 6/8-Takt gesungen hat.   Ich war von der Schönheit dieser Melodie fasziniert, wusste aber nicht wie ich so etwas notieren würde. Wahrscheinlich besteht meine ganze kompositorische Entwicklung, mindestens im Bereich Vokalmusik in dem Versuch,  diesem Gesang immer näher zu kommen, und  „pesnya“ (1999)  gehört  zu den radikalsten Annäherungsversuchen dieser Art.(Sergej Newski)

Sergej Newski wurde 1972 in Moskau geboren. Kompositionsstudium an der HfM Dresden bei Jörg Herchet sowie an der UdK Berlin bei Friedrich Goldmann. Aufträfge von u. a. Berliner Staatsoper, Klangforum Wien / SWR, Neuen Vokalsolisten Stuttgart. Stipendien: Deutsche Akademie Villa Massimo/Casa Baldi, Cité Internationale des Arts Paris, Künstlerhof Schreyahn. Lebt in Berlin.

Natalia Pschenitschnikova ist in Moskau geboren und aufgewachsen und absolvierte dort das Konservatorium. Sie wirkt als Sängerin, Komponistin und Flötistin sowie als Performance Artist  (Donaueschingen, Wien Modern, Venedig Biennale, Huddersfield und andere Festivals),lebt in Berlin
Biographie unter www.natalia-pschenitschnikova.de

 

Susanne Stelzenbach
laufen

... das hörstück arbeitet mit klängen von instrumenten, geräuschen, sprache und phonetischem material, oft elektronisch verformt... wobei der text keine geschichte erzählt, sondern  in scheinbar  unzusammenhängenden, teils paradoxen worten, sätzen und halbsätzen situationen beschreibt, in die sich jeder selbst seine eigene geschichten hineinprojizieren kann..

 

THOMAS BUCHHOLZ
spielt:
Thomas Buchholz
Hymnus Et Jubilus für Orgel solo

Buchholz, Thomas Walter, * 27/8/61 in Eisenach/Thüringen (D). Frühzeitige musikalische Unterweisung (Klavier, Gesang, Theorie und Orgel)/ Nach der Schule zunächst Ausbildung zum Klaviertechniker bei Blüthner-Pianos in Leipzig. 1983 - 1988 Studium an der Hochschule für Musik und Theater in Leipzig (Gesang - Komposition), 1989 - 1991 Meisterschüler für Komposition an der Akademie der Künste zu Berlin bei Prof. Ruth Zechlin; 1988 - 1992 wissenschaftlicher Assistent für Musiktheorie an der Martin-Luther-Universität in Halle(S.) 1999 Ernennung zum ordentlichen Professor für Komposition am Staatlichen Komitas-Konservatorium Eriwan (Republik Armenien).

 

21 Uhr
SANKT-ANNEN-GEMEINDEHAUS ZEPERNICK

INTERLUDIUM

Rose Schulze (Design und Bild),
Angelika Wenzel (Tanz)
zeigen
Schattenbilder

 

ANTJE MESSERSCHMIDT und HERMANN KELLER
spielen:
Hermann Keller
Ex Tempore II  für Violine und Klavier

 

YAOU XIE
spielt:
Yueyang Wang
Music flies für eine Klavierspielerin mit einem langen Fingernagel
Biographie der Komponistin unter  www.yueyang.de

Charlotte Seither
Klang und Schwebung für Klavier (1997)

…in klang und schwebung stehen sich zwei ebenen, die klaenge im
fluegelinneren (linear eingesetzt) und das nicht-praeparierte klavier,
gegenueber, sie finden so zu einer auseinandersetzung, in der sich beide
ebenen mitunter ueberlagern oder verschiedene prozesse der gegenlaeufigkeit
vollziehen…. (Charlotte Seither)

Charlotte Seither wurde 1965 in Landau/Pfalz geboren und studierte Komposition, Klavier, Musikwissenschaft und Germanistik in Hannover und Berlin. 1998 promovierte sie mit einer Arbeit ueber Luciano Berio zum Doktor der Philosophie. Sie erhielt verschiedene Preise und Auszeichnungen, darunter den 1. Preis im internationalen Kompositionswettbewerb "Prager Fruehling" (1995), den 1. Preis im Kompsitionswettbewerb des Göttinger Symphony-Orchesters (1994) und den Förderpreis der Ernst-von-Siemens-Musikstiftung (2002). Seit 1999 ist sie Lehrbeauftragte an der Universität Magdeburg, seit 2000 auch an der freien universität Berlin. im Wintersemester 2002/03 war sie Gastprofessorin fuer Komposition an der Hochschule fuer Kuenste Bremen.

 

Georg Katzer
Aufgrund meiner Verehrung für D. S.

Mit seinen Hunderten von "Sonaten" genannten Klavierstücken kann Domenico Scarlatti als der Begründer der  neueren Klaviermusik gelten. Seine Experimentierlust ist tollkühn, sein Formwille zwingend, sein Klangsinn raffiniert, der Umgang mit dem Instrument  virtuos. Vieles von dem, was uns heute an der Technik des Klavierspiels sebstverständlich erscheint, ist von Scarlatti entwickelt worden.  Während J. S. Bach die musikalische Zeit im Wesentlichen als Kontinuum begreift, faßt der im gleichen Geburtsjahr 1685 geborene Domenico Scarlatti sie als Diskontinuum auf. Sein neuartiges antithetisches Komponieren zieht daraus die formale Konsequenz. Der Bezug meines Stückes zu Scarlatti ist von allgemeiner Art; es gibt keine Zitate, Tonsymbolik (was nahe gelegen hätte) oder ähnliches. Es ist ein Versuch Neue Musik in Scarlattis Geist zu erfinden.

Georg Katzer, geb. 1935 in Habelschwerdt, Schlesien, studierte Komposition bei Rudolf Wagner-Regeny und Ruth Zechlin  in Berlin und an der Akademie der Musischen Künste in Prag. Danach war er Meisterschüler  von Hanns Eisler an der Akademie der Künste Berlin (Ost). Seit 1963 lebt K. als freischaffender Komponist in und bei Berlin. Er ist Mitglied der Akademie der Künste von Berlin-Brandenburg, der Freien Akademie Leipzig und der Akademie für Elektroakustische Musik in Bourges/Frankreich. Neben seiner kompositorischen Arbeit (Kammermusik, Orchesterwerke, Solokonzerte, drei Opern, zwei Ballette, Puppenspiele) beschäftigt sich K. auch mit   Multimedia-Projekten und Improvisation.

Biographie des Komponisten unter www.georgkatzer.de

Die Bioraphie von Yaou Xie finden Sie unter www.pianochinaxie.de

 

Trio Approximation
Improvisation mit
Dietrich Petzold (Viola), Matthias Bauer (Bass), Max E. Keller (Piano)

 

 

22 Uhr

SANKT-ANNEN-KIRCHE ZEPERNICK

Epilog

PETER KÖSZEGHY
schreit
Peter Köszeghy
SEXUS-NEXUS-PLEXUS (Klangaktion für Schreier und ZuspielCD)

"...das Universum ist auch grausam…es gibt keine wirklich große Musik, die sanft wäre."
I.Xenakis

Pèter Köszeghy, geb. am 2.9.1971 geboren in Balassagyarmat /Ungarn; ab 1993 Kompositionsstudium an der "Hochschule für Musik H.Eisler Berlin" bei Prof. P.-H. Dittrich, Elektronische Musik bei A. Bartetzki, 2000/2001 abgebrochenes Kompositionsstudium bei Prof. H.Zender in Frankfurt/Main an der "Hochschule für Musik und Darstellende Kunst". ; erhielt verschiedene Preise, u.A. 1.Preis beim internationalen Kompositionswettbewerb "Biennale Neue Musik Hannover 2001", 1.Preis des Aeolian-Trio Kompositionswettbewerbs 3fache Hanns Eisler Preis (1995, 1997, 1999).Sene Werke werden von namhaften Musiker und Ensembles im In- und Ausland aufgeführt. Verlegt seit 2004 beim Edition Juliane Klein

Biographie des Komponisten unter www.koeszeghy.de

 

JOHANNES BAUER 
spielt
Johannes Bauer
aus Sieben Tänze für Soloposaune

- Deutscher Tanz
- Air de bravoure
- Saltarello

 

ERIK DRESCHER
spielt
Hideki Kozakura
Shorai für Flöte solo (UA)

Es war im Februar 2004. Ich reiste von Stockholm, wo ich dreieinhalb Jahre gelebt habe, nach Berlin. Einer meiner Freunde schlug mir vor, zu einem Konzert im BKA zu gehen. Ich war sehr beeindruckt von der Perfomance Erik Dreschers. Ich verlor keine Zeit und sendete ihm eine Nachricht mit der Frage mein neues Stück, was ich für ihn geschrieben hatte, zu spielen. Der Titel „Shorai“ ist ein japanisches Wort, welches zurückzuführen ist auf die raschelnden Geräusche, die man hört, wenn der Wind über die Kieferbäume weht. Dieses Geräusch wird von vielen Japanern geliebt, wegen seiner friedlichen und beruhigenden Qualitäten. „Shorai“ besteht aus drei Movements, und jede von ihnen hat ihren eigenen Buchstaben. Ich wurde durch den Ton von Shakuhachi, der japanischen Bambusflöte, inspiriert. Die Flöte reflektiert die vielen Stimmen der Natur, die in fast jedem Teil von Japan gehört werden können.

Hideki Kozakura (geboren 1970) ist seit 2001 ein Postgraduate Student unter Pär Lindgren und Bent Sørensen an der königlichen Musikhochschule (Kunguliga Musikhögskolan) in Stockholm. Er absolvierte sowohl seinen Bachelor- als auch sein Master-Abschluß an der Universität der bildenden Künste von Tokio unter Supervision von Teruyuki Noda und Akira Miyoshi. Im Anschluß, 1999, ging er nach New York um mit Tristan Murail und der Unterstützung des Japanischen Übersee Studienprogrammes an der Universität von Columbia zu studieren. 1994 erhielt Hideki Kozakura ein Stipendium von der Nomura Kultur Stiftung für sein Streichquartett Nummer 2 und 1995 gewann er den Japanischen Symphonieorchester Wettbewerb mit seinem Violin Konzert "Sturm und Drang". 1996 erhielt er den Nagoya Kulturförderungspreis und 2000 den Preis der darstellenden Künste von der Japanischen Agentur fur Kulturelle Angelegenheiten.

Biographie des Komponisten unter www.kozakura.de/Gbio.htm

 

KATHARINA HANSTEDT
spielt
Lothar Voigtländer
Soundfiles  für Harfe und Zuspielband

Die in enger Zusammenarbeit mit Katharina Hanstedt entstandenen  „Soundfiles“ verwenden das Klang- und Geräuschmaterial der Harfe ebenso auf dem live- Instrumentalpart wie auf dem eingespielten, elektronisch variierten Zuspiel. Der Dialog soll sich so eng verzahnen, dass sowohl der Interpret das Tape-Zuspiel zu provozieren scheint, als auch der akustisch veränderte Klang unmerklich das live- Harfenmaterial beeinflusst. Es entsteht ein beständiges „ morphing „ als  raum- akustisches Kompositions-Resultat.

Biographie des Komponisten unter www.lothar-voigtlaender.de

 

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17. September 2004

20 Uhr

ERÖFFNUNGSKONZERT

 

IANNIS XENAKIS
XAS

Das 1987 entstandene Saxofonquartett wurde ursprünglich für das Rascher Saxofon Quartett geschrieben und gehört unterdessen, trotz seiner technischen Herausforderungen, zum Standardrepertoire dieser Besetzung. Weniger die Tatsache, dass Xenakis der Komposition stochastische Algorithmen zugrunde legte, ist erwähnenswert, als die großformale Struktur des Quartetts. Teile größter Ordnung alternieren mit scheinbarer Unordnung. Äußerlich erkennbar in der Schreibweise der Rhythmen, wie auch der Tonhöhenordnung. Beispielsweise beginnt das Stück nach einer Art Einleitung mit einem strengen Oktavkanon in einfachen Sechzehntelrhythmen. Nach einer dichten sehr hohen Altissimopassage und einem kurzen Altsaxofonsolo wird der Kanon wieder aufgegriffen, um anschließend rhythmisch aufgelöst zu werden. (n den folgenden Teilen wird der anfängliche regelmäßige Sechzehntelpuls immer wieder aufgegriffen und durch freie Passagen und Rhythmen höherer Ordnung unterbrochen. Auffällig ist dabei, dass das verwendete Material zwar nicht im klassischen Sinne streng durchgeführt wird, jedoch durchweg Selbstähnlichkeit aufweist. Xenakis, geboren 1922, studierte in Athen Ingenieurswesen und Musik.Als er 1947 nach Paris kam, setzte er diese Studien bei hervorragenden Tonsätzern wie Honegger, Milhaud und Messian fort,während er bei le Corbusier seine Architekturstudien fortsetzte und später mit ihm ein Buch schrieb. Für die Weltausstellung in Brüssel 1958 gestaltete er den Philips-Pavillon, hat sich aber seither in Frankreich ganz der Musik gewidmet. Für sein kompositorisches Schaffen ist die Wissenschaft unendlich wichtig geworden. Anfang der fünfziger ,Jahre brach er mit der seriellen Schreibweise und begann, eine auf der Wahrscheinlichkeitstheorie basierende Musik zu schreiben.

 

GEORG KATZER
Sehr leise wie ein Hauch

Die Komposition, entstanden 1993, beginnt das Alt-Saxophon mit einer hingehauchten Tonfolge, beantwortet von Sopran- und Tenorsaxophon in einer - beinahe - einstimmigen Replik. Beide Instrumente driften minimal auseinander und erzeugen winzige Reibungen, Klangschatten. Das Klangbild verfestigt sich dann um bald darauf wieder verunklarend auseinander zu treten und schließlich zu zerbröckeln. Damit ist ein Gestus des Stückes beschrieben. Ein anderer besteht in den oft unvermittelten dynamischen Eruptionen Ähnlich Gegensätzliches ist im Rhythmisch-Metrischen angelegt. Streng koordinierte Abläufe, auch »Note gegen Note«, werden gebrochen durch freie Teile bis hin zu solchen, in denen es keine Koordination mehr gibt. So vollzieht sich die Komposition als Prozess in den Grenzen von Bestimmheit und Offenheit, von Behauptung und Infragestellung.

Georg Katzer, geb. 1935 in Habelschwerdt, Schlesien, studierte Komposition bei Rudolf Wagner-Regeny und Ruth Zechlin in Berlin und an der Akademie der Musischen Künste in Prag. Danach war er Meisterschüler von Hanns Eisler an der Akademie der Künste Berlin (Ost). Seit 1963 lebt K. als freischaffender Komponist in und bei Berlin. Er ist Mitglied der Akademie der Künste von Berlin-Brandenburg, der Freien Akademie Leipzig und der Akademie für Elektroakustische Musik in Bourges/Frankreich. Neben seiner kompositorischen Arbeit (Kammermusik, Orchesterwerke, Solokonzerte, drei Opern, zwei Ballette, Puppenspiele) beschäftigt sich K. auch mit Multimedia-Projekten und Improvisation.

 

TANER AKYOL
Zamansiz.... (UA)
(das Stück ist Hanspeter Jannoch gewidmet)

1977 in Bursa (Türkei) geboren; 1991-95 Musikgymnasium; prof. Sazspieler in versch. Ensembles, Soloauftritte; von] 996 bis 97 Kompositionsunterrichts bei Helmut Zapf; seit 1997 Kompositionsstudium bei Prof. H.P. Kyburz /Versuche der Synthese zwischen anatolischer Musik und Instrumenten und westlicher Musik und ihren Instrumenten / Solokonzerte Baglama und Ensemble (1 Preisträger des 3. Musikpreises der Kulturen in Berlin) / 1999 dritter Preis für Komposition und Interpretation zeitgenöss. Musik zum Hanns-Eisler-Wettbewerb / 2000 Gründung des internationalen - interkulturellen Ensembles »Cornocopia« / seit 2004 Zusatzstudium an der UdK bei Prof. Walter Zimmermann

 

RAINER RUBBERT
Urban Music

Die Floskeln (bis hin zum zwölftönigen Choral), die das Saxophonquartett bestimmen, und die während des ganzen Stückes in unterschiedlichsten Kombinationen beleuchtet/kombiniert und ad absurdum geführt wurden, werden gegen Ende, - eigentlich selbst nur Reflexe - auf ihr Minimum ins Geräusch reduziert. Die Verstärkung/Verhallung einzelner Stimmmen erlaubt eine ans filmische grenzende Fokussierung einzelner Situationen, das Ausblenden, In-die-Totale-gehen, Im-Geräusch-verschwinden, die der überhitzt-kalten Atmosphäre urbanen Lebens entspricht. Es entstand 1994 als Kompositionsauftrag des Berliner Kultursenates.

Rainer Rubbert 1957 in Erlangen geboren,- 1975-81 Kompositionsstudium an der HdKBerlin bei Witold Szalonek;1979 »Prix Marcel josse« der Assoziation französischer Saxophonisten; Aufführungen bei Festivals im In- und Ausland (»Internationale Gaudeamus Musikwoche«, »Budapester Frühling«, »Schreyahner Herbst«, »Internationales Forum Neue Musik Warschau« u.v.a.m.); Stipendium in Pariser Cite Internationale des Arts; Kompositionsstipendien des Berliner Kultursenates; Stipendiat der Akademie der Künste in der Villa Serpentara in Olevano Romano/Italien. l989 gründet er die Konzertreihe »Unerhörte Musik« im BKA, deren Künstlerischer Leiter er seither ist.

 

RICO GUBLER
Loudspeakers für 4 Saxophone - Apparitionen I

Als Komponist für sein eigenes Instrument zu schreiben ist immer eine etwas eigenartige Sache, vor allem, wenn man die eigenen Werke nicht auch gleich selbst interpretiert. Ein Saxophonquartett ist kein Streichquartett, Saxophonquartett spielen heisst aber durchaus so zu denken, ein Sopransaxophonist ist der Primgeiger, der Altsaxophonist ist der zweite Geiger (wieso weiss ich auch nicht) das Tenor die Bratsche und der Baritonist zu guter Letzt verkörpert das Cello im Geviert. Das folgende Stück nimmt auf all das keine Rücksicht!

Geboren und aufgewachsen in Richterswil bei Zürich. Matura in Zürich. Saxophonstudium bei Iwan Roth an der Musikakademie Basel, bei Marcus Weiss am Konservatorium Zürich (Lehrdiplom) und bei jean-Michel Goury am CNR de Boulogne-Billancourt (Premier Prix ä I'unanimite). Spezialisierung auf zeitgenössische Musik, freie Improvisation und Live-Elektronische Aufführungen. Projekte mit dem Klangforum Wien, Ensemble varianti Stuttgart, Nouvel Ensemble Contemporain, Jerusalem Contemporary Players und Orchestern wie dem SWR Orchester, dem Opernorchester Darmstadt, dem Kammerorchester München und vielen anderen...

Kompositionsstudium bei Balz Trümpy in Basel und Salvatore Sciarrino in Florenz. Kompositionskurs bei Heinz Holliger. Arbeit in den elektronischen Studios der Musikakademie Basel und des Schweizerischen Zentrums für Computermusik. Preisträger des Kompositionswettbewerbes des Kammersprechchor Zürich 1996. Composer in Residence im Arc in Romainmötier 1997. 2001 Stipendiatsaufenthalt Künstlerhof Schreyahn in Niedersachsen. Pädagogische Werke sind erschienen bei: Musik Hug Verlage und Woodbrass Music.

Das aton-saxophonquartett formierte sich im Frühjahr 2001 an der Hochschule der Künste Berlin, um neben den »klassischen« Werken sich insbesondere neuer Musik für vier Saxophone zu widmen. So umfasst das Repertoire des Quartetts vor allem Musik der letzten Jahrzehnte, die, wenn möglich, in enger Zusammenarbeit mit den zumeist jungen Komponisten erarbeitet werden. Ziel des Quartetts ist die intensive Auseinandersetzung mit unterschiedlichen ästhetischen Konzeptionen, wobei auch grenzüberschreitende Wege zwischen Jazz und Neuer Musik erforscht werden. - Aton ist der ägyptische Sonnengott.

Martin Losert 1991-99 Saxophonstudium an der HdK-Berlin u.a. bei Johannes Ernst. 1994-95 Studium als DAAD-Stipendiat am Conservatoire de Bordeaux bei J.M. fondeix und M.B. Charrier; Orchestertätigkeit u.a. bei dem Berliner Philharmonischen Orchester, dem DSO und Berliner Symphonikern /Gründungsmitglied des ensemble mosaik und des Duo Masuko-losert, Solokonzerte

Christian Vogel 1991-96 Studium an der HdK-Berlin bei Peter Rieckhoff, Ewald Koch und Francois Benda in Berlin; Bassklarinettenunterricht bei Sylvia Schmückle und Joachim Wels; Orchestertätigkeit sowie Kammermusik u.a. im ensemble mosaik und dem Eurhythmie-Ensemble Berlin, Solokonzerte

Ruth Velten seit 2001 Studium an der UdK-Berlin bei Joh. Ernst; Solokonzerte, Meisterkurse und Kammermusik u.a. an der Deutschen Bläserphilharmonie und der Neuköllner Oper

Sascha Darschkevitch 1996-2001 Studium in Minsk an der Musikfachschule und Akademie bei Prof. Nitschkow und Kosodoy. seit 2001 Studium an der HfM-Berlin bei D.Bensamm; Solokonzerte, Meisterkurse und Kammermusik u.a. mit der Deutschen Bläserphilharmonie

Blazej Dowlasz - Klangregie. Geb. 1978 in Lodz (Polen), Klavierstudium an der Karol Srymanowski HfM in Katowice, ab 1999 Student an der HM =Franz Liszt« in Weimar; zur Zeit Kompositionsstudium bei Prof. Robin Minard; seit 1999 Auftritte und Konzerte als Pianist (Solo und Kammermusik/; seit 2002 Mitglied des Ensemble via nova in Weimar

 

 

22 Uhr

MIXTUR I

 

LOTHAR VOIGTLÄNDER
Mutazioni con legno für Flöte, Harfe & Tempelblocks (UA)

Der Vor- Aufführung der ersten Skizzen in Schöneiche im Frühjahr 2004 folgt nun die Uraufführung der vom Brandenburgischen Verein für Neue Musik initiierten Komposition in der endgültigen Fassung. Die Komposition ist den beiden Interpreten Katharina Hanstedt und Klaus Schöpp zugeeignet. Gegenüber der Schöneicher Urfassung ist das »con legno« hinzugetreten. Kommentierende »Hölzer« - im Dialog wie im gegenseitigen heftigen Widerspruch - gliedern 4 mutazioni und 4 Holz-Kommentare (dialoge) und erweitern so den kammermusikalischen ductus um eine percussiv-szenische Komponente.

Biographie des Komponisten unter www.lothar-voigtlaender.de

Ausführende:
Katharina Hanstedt
und Klaus Schöpp (www.modern-art-sextet.de) arbeiten seit 1989 zusammen, als Duo sowie in Triobesetzungen mit Gesang (mit Katia Guedes und Bettina Spreitz-Rundfeld), Oboe (mit Birgit Schmieder), Bratsche (mit Martin Flade und JeanClaude Velin), Violoncello (mit Matias de Oliveira Pinto und Werner Klemm) und Schlagzeug (mit Claudia Sgarbi und Friedemann Werzlau). Zahlreiche Komponisten haben für sie geschrieben, u.a. Lothar Voigtländer, Gerald Humel, Rainer Rubbert und Conrado del Rosario. Beide sind Mitglieder des Ensemble UnitedBerlin und haben zusammen bei internationalen Festivals Kammermusik mit Flöte und Harfe aufgeführt, u.a. bei der Biennale Venedig 2001 (Werke von Pennisi und Takemitsu) und bei den Berliner Festspielen 2000 (Werke von Maderna).

 

PETER KÖSZEGHY
L' Ecole du Libertinage für E-Violine

Das Stück wurde für Susanne Zapf für elektrische Violine komponiert. Es ist eine Vereinigung des klassischen und »populären« Klanges:eine Art Crossover-Klangereigniss-Vision.

Biographie des Komponisten unter www.koeszeghy.de

Violine: Susanne Zapf wurde 1979 geboren und studierte Violine in Berlin bei Koji Toyoda und Ilan Gronich. Nach einem Studienaufenthalt in London mit Grigory Zhislin setzte sie ihr Studium bei diesem in Wuerzburg fort. Susanne Zapf gewann 2002 den Kranichsteiner Musikpreis. Sie ist Geigerin des DASZ Quartettes und spielt in verschiedenen Ensembles Aushilfe (u.a. Ensemble Resonanz, Ensemble Modern Orchestra, Musikfabrik NRW, Ensemble Mosaik, Kammerakademie Potsdam, Ensemble Chronophonie). Seit September 2004 lebt und studiert sie in Amsterdam.

 

FRIEDRICH GOLDMANN
Orgelstück '84

Liebe Karin, ich weiß fast nichts zu dem Stück zu sagen, es entstand auf Dränge(l)n von Werner Jacob, der das Werk auch zur Uraufführung bei den Dresdener Musikfestspielen brachte, irgendwie fängt es sehr leise an und bleibt auch eine Weile so; welche Störungen dann »Entwicklungsstöße« bewirkten, weiß ich nicht mehr. Zum Schluß verschwindet alles verschwimmend... (F. Goldmann).

Friedrich Goldmann, geb. l94 in Siegnar-Schönau (Chemnitz); 1951-59 Dresdener Kreuzchor; Kompositionsstudium in Dresden bei J. P. Thilman und Meister-schüler bei R. Wagner-Regeny an der Akademie der Künste Berlin; 1964-68 Musik-wissenschaftsstudium an der Berliner Humboldt-Universität; seitdem als freischaffender Komponist tätig; Professor für Komposition an der UdK Berlin; Mitglied der Akademie der Künste.

Orgel: Josefine Horn, geb. 1965 in England, Studium Kirchenmusik und Musiktheorie in Stuttgart, Kantorin in Berlin Nikolassee.

 

HERMANN KELLER
Seele im Wasser
Szene für einen singenden Menschen

Es geht um Wasser im übertragenen Sinn; aber es ist auch als Materie vorhanden, gefüllt in eine Flasche, welche angeblasen wird. Diese wird gleichsam zum Partner der Sängerin (oder des Sängers), ermöglicht - bei allem Ernst der Texte - ein vielfältiges Spiel.

Stimme: Ulrike Sowodniok, geb. 1968 in Mannheim, Studium der Medizin und Philosophie, danach Ausbildung für funktionale Stimmbildung am Lichtenberger Institut, seit 2001 Meisterschülerin bei Alexandrina Milcheva.

 

STEFAN M. KELLER
Stück für Oboe solo

Wolle die Wandlung. O sei für die Flamme begeistert,
drin sich ein Ding dir entzieht, das mit Verwandlungen prunkt;
jener entwerfende Geist, welcher das Irdische meistert,
liebt in dem Schwung der Figur nichts wie den wendenden Punkt.

Was sich ins Bleiben verschliesst, schon ists das Erstarrte;
wähnt es sich sicher im Schutz des unscheinbaren Grau's?
Warte, ein Härtestes warnt aus der Ferne das Harte.
Wehe -: abwesender Hammer holt aus!

Wer sich als Quelle ergiesst, den erkennt die Erkennung;
und sie führt ihn entzückt durch das heiter Geschaffne,
das mit Anfang oft schliesst und mit Ende beginnt.

Jeder glückliche Raum ist Kind oder Enkel von Trennung,
den sie staunend durchgehn. Und die verwandelte Daphne
will, seit sie lorbeern fühlt, dass du dich wandelst in Wind.

Rainer Maria Rilke (Sonette an Orpheus, 2.12)

Stefan M. Keller, geboren 1974 in Zürich. 1995 Beginn des Musikstudiums an der Musikhochschule Zürich, mit den Hauptfächern Oboe bei Peter Fuchs (Orchesterdiplom 1999) und bei Simon Fuchs (Konzertdiplom 2002), Komposition bei Hans Ulrich Lehmann, Gerald Bennett und Michael Jarrell. Fortsetzung des Oboenstudiums für anderthalb Jahre bei Ernest Rombout am Konservatorium Utrecht, das Kompositions-studiums bei Hanspeter Kyburz, 2001 /2002 an der Musikhochschule Basel, seit Herbst 2002 an der Hochschule für Musik Hanns Eisler. '

Oboe: Cornelius Finke, geboren 1977 in Erfurt /1997 Beginn des Studiums an der HfM »Franz Liszt« Weimar bei Prof. Axel Schmidt / 1998 bis 2001 Studium und Meisterkurse bei Stefan Schili, Ingo Goritzki und Albrecht Mayer / 2001 Praktikant am Staatstheater Meiningen, Mitglied im Gustav Mahler Jugendorchester und Austausch-student am Birmingham Conservatoire in England / 2002 Studium bei Prof. Wollenweber an der HfM »Hanns Eisler«, Mitwirkung im Riasjugendorchester / 2004 Diplom, Aushilfe Solo-Oboe Berliner Symphoniker; 1996 l. Preis beim Stavenhagenwettbewerb in Greiz, danach 3 Solokonzerte mit der Vogtlandphilharmonie; Mitglied im Ligeti-Quintett; Mitglied der Stiftung Villa Musica; Mitglied Yehudi Menuhin Stiftung.

RALF HOYER
Aufschlag    dreikanalige Geräusch- und Videokomposition
(2002)    
three-in-one-version / Ton: stereo-mix

Jedes Geräusch entsteht aus einer Bewegung. Musikinstrumente, eigens zur spezifischen Geräuscherzeugung entwickelt und über Jahrhunderte verfeinert, erfordern teilweise hoch differenzierte Bewegungsabläufe, will man ihnen die gewünschten Klänge entlocken. Das Trainieren dieser Abläufe hat durchaus einen gewissen sportlichen Aspekt.

Rein sportliche Betätigungen dagegen haben ein anderes Ziel, auch ist das Augenmerk oft mehr auf die körperliche Bewegung selbst gerichtet. Die dabei zwangsläufig entstehenden Geräusche sind eher nebensächlich, jedoch aus musikalischer Sicht nicht uninteressant: es gibt formale Periodizitäten, feine Tonhöhenabstufungen, rhythmische Pattern...

Verschiedene Tischtennisgeräusche, der Tonspur von Videoaufzeichnungen entnommen, die alle ihren spezifischen Klang haben, sind Grundlage für diese audiovisuelle Komposition. Ein Konzertflügel spielt auch mit.

Die verwendeten Videoaufzeichnungen von Tischtennis-Trainingseinheiten bzw. EM- und WM-Turnieren wurden freundlicherweise vom Deutschen Tischtennisbund zur Verfügung gestellt.

Biographie des Komponisten unter www.hoyerstelzenbach.de

 

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18. September 2004

18 Uhr

Vokalensemble Ars Nova Berlin
Leitung: Prof. Peter Schwarz
Orgel: Josefine Horn; Klavier: Arthur Hipp; Klangregie: Blazej Dowlasz

Karlheinz Stockhausen
1. Choral (1950)

Wer uns trug mit Schmerzen in dies Leben, gab den Segen, allen Schmerz zu überstehen. Gott hat Sam' und Frucht und Lieb' gegeben. Laßt uns heim zum Schoße unsrer Mütter gehen.
Gottes Ruf geschieht in allem Kommen:
Wo ein lichtes Kind geboren in die Zeit, ist dem Tod die Grausamkeit genommen, macht ein Wunder uns zu Knechtes Dienst bereit."   
Karlheinz Stockhausen

2. Agnus Dei (1950)

Es sucht das Lamm die Bitterkeit der Heide, zieht Salz dem Zucker vor auf seiner Weide. Sein Schritt wird laut im Staub, dass ich ihn nicht vom Regen unterscheide.
Will es sein Ziel, so ist nichts anzufangen. Kopfstoßend starr durchstemmt es sein Verlangen, dann blökt es seiner Mutter zu, der bangen.
Lamm Gottes, das der Menschen Heil beginnt, Lamm Gottes, das uns zählt und kennt und findt, Lamm Gottes, sieh, erbarm dich dessen, was wir sind.
Gib uns den Frieden, nicht den Krieg bescher. Lamm, schrecklich in des rechten Zornes wehr, o du einziges Lamm, Gott und Gottvaters Einziger." 
Paul Vedainel  / Rainer Maria Rilke

Geb.1928 bei Köln; Karlheinz Stockhausen studierte an der Musikhochschule und der Universität Köln; erste Arbeitskontakte zum Elektronischen Studio des WDR in Köln 1951; studierte 1950–1953 bei Pierre Schaeffer und Olivier Messiaen in Paris; wurde 1953 fester Mitarbeiter des WDR-Studios, welches er 1963–1977 künstlerisch leitete und dem er bis heute eng verbunden ist; lehrte seit 1957 u.a. bei den Darmstädter Ferienkursen, 1971–1977 Professor für Komposition in Köln. Stockhausen gilt als Pionier der elektronischen Musik, des innovativen Umgangs mit Raum, Musik und Live-Performances. In seiner Musik und seinen Schriften hat er ein einzigartiges kohärentes System von allgemeinen Bezügen und serieller Totalität entwickelt, die ästhetische, philosophische und musiktheoretische Implikationen erkunden.

 

Werner Jacob
Agnus Dei

Das Agnus Dei ist entsprechend der Dreiteiligkeit des Textes ebenso gegliedert. …
..Der gregorianische cantus firmus ist der Ausgangspunkt und Grundlage für die in diesem Stück verwendeten Modi, die in ihren verschiedenen Erscheinungsformen (Urgestalt, Krebsgang, Umkehrungen und Spiegelungen) die musikalische Struktur sowie die Harmonik bestimmen und die chromatische Totale ausfüllen. (W.Jacob)

Werner Jacob, geb. 1938 in Mengersgereuth/Thür., 1969-90 Kantor an St.Sebald Nürnberg (bis2003 dort Titularorganist), 1976-98 Professor für Orgel in Stuttgart, internationale Konzerttätigkeit, Einspielung des Orgel-Gesamtwerkes von J.S.Bach und J. Brahms, von 1985-2003 künstlerischer Leiter der Int. Orgelwoche Nürnberg , errang viele nationale und internationale Preise

 

Georg Katzer
Le paysages Fleurissants (Die blühenden Landschaften)

Elektroakustische Komposition

 

Johann Sebastian Bach / Mauricio Kagel
Chorbuch (1975/78)
 

Es mag sein, dass nicht alle Musiker an Gott glauben, an Bach jedoch alle." (Mauricio Kagel)

Kagels Chorbuch enthält 53 Nummern, die sich im Hinblick auf die Akkordpartien der Tasteninstrumente von den als Vorlage dienenden gleichnamigen Bach-Chorälen ableiten lassen….Jeder Akkord (so Kagel), erhielt ein anderes Transpositionsintervall – in Bezug auf die Tonart des urspr. Chorals – als der unmittelbar vorhergehende oder nachfolgende Akkord. Im Vokalpart verfremdet Kagel die Choräle auf differenzierte, mehrschichtige, dem Klangerlebnis Bachscher Choralsätze nachspürende Weise. (P.Schwarz -Text in Auszügen)

Geb. 1931 in Buenos Aires, sein Schaffen umfasst Bühnen-, Orchester- und Kammermusikwerke in versch. Besetzungen, Filme, Hörspiele und Essays / Ehrungen mit einer Fülle von Preisen

 

Johannes K. Hildebrandt (1968)
Ich wandte mich um und sah an alles Unrecht
für 6-stimmigen Chor a cappella (1994), 9' Prediger Salomo 3/4

21.11.1968 geboren in Quedlinburg, 1974 - 1986 Klavierunterricht in Zeitz an der Musikschule, 1989 - 1994 Studium in Weimar (Komposition/Tonsatz/Klavier) Komposition bei Prof. Karl Dietrichund bei Prof. Reinhard Wolschina, 1998-2000 Ergänzungsstudium Kulturmanagement, seit 1998 Vorsitzender des DKV-Landesverband Thüringen, Vorsitzender des Fördervereins via nova zeitgenössische Musik in Thüringen e.V., damit verbunden Organisation zahlreicher Konzerte/Projekte (Weimarer Frühjahrstage für zeitgenössische Musik) und Initiativen

 

Blazej Dowlasz
Unsichtbar (2004) Elektroakustische Komposition

Als Ausgangsmaterial wurden Modem- und Telefongeräusche und auch Vogelstimmen benutzt. Es findet ein langer Prozess statt - ein Zusammenspiel von natürlichen und synthetischen Klängen, in dem allmählich die Unterschiede zwischen beiden Klangmorphologien aufgehoben werden.

Geb.1978 in Lodz (Polen), Klavierstudium an der Karol Szymanowski HfM in Katowice, ab 1999 Student an der HfM „ Franz Liszt“ in Weimar; zur Zeit Kompositionsstudium bei Prof. Robin Minard; seit 1999 Auftritte und Konzerte als Pianist (Solo und Kammermusik); seit 2002 Mitglied des Ensemble via nova in Weimar.

 

Sabine Wüsthoff

Hilf, Herr, die Heiligen haben abgenommen und gläubig sind wenige unter den Menschenkindern. Einer redet mit dem andern Lug und Trug. Sie heucheln und reden aus zwiespältigen Herzen. Erlöse mich und errette mich aus der Hand der Fremden, deren Mund Falsches redet und deren rechte Hand trügt.

Für diese Komposition habe ich Texte in den Psalmen Davids gefunden, die einen frappierenden Bezug zum gegenwärtigen Gebrauch von Sprache in der Öffentlichkeit haben: Mit wie vielen hohlen und unehrlichen Worten tönen Personen in Politik, Wirtschaft und Kultur. Wie oft wird verbale Brutalität ausgeübt, welche Disziplinlosigkeit herrscht in Diskussionen. Gleichzeitig erfolgt eine Abkehr von Kirche und Glauben. Die musikalische Übersetzung dieses Zustands ist das kompositorische Spiel mit Sprache, ihre Zerlegung in Einzelteile oder die Übereinanderschichtung von Satzteilen, so dass diese unverständlich und inhaltslos werden. Als Kontrapunkt hierzu unterbrechen Rufe nach Hilfe wie ein Refrain das phonetische Chaos und die unerhörte Bitte um Erlösung wird zum insistierenden Choral.

Sabine Wüsthoff, geb. in Berlin / Studium der Schulmusik / Musikwissenschaft und Geschichte in Hannover / lebt in Berlin als freischaffende Komponistin, Dirigentin und Pädagogin / schrieb Kammer- und Bühnenmusiken, Chormusik, ein Violinkonzert und ein Kindermusical / Aufführungen mit den Berliner Sinfonikern und der Kammeroper Rheinsberg / Leitung des Schöneberger Kammerorchesters, des Berliner Mädchenchores und des Vokalensembles Canto Berlin / 2003 Dirigentenpreis des Brahms-Chorfestivals

Zu den Ensemble Mitgliedern:

Peter Schwarz, geb 1936 in Nürnberg, Studium der Kirchen- und Schulmusik in Detmold, Studien in Musikwissenschaft und Anglistik, Promotion zum Dr.phil., 1961-2003 Kantor an der Kaiser-Friedrich-Gedächtniskirche, gründete die Berliner Cappella und das Ars-nova-ensemble Berlin, rege Konzerttätigkeit im In – und Ausland als Organist und Chorleiter, 1987-2000 Professor an der HdK Berlin, mehrfache Preise und Auszeichnungen (u.a. 1995 Dt. Kritikerpreis, 2002 Bundestverdienstkreuz), seit 2003 ehrenamtl. Organist an der Kirche Zum Heilsbronnen-Berlin Schöneberg, 2002 Gründung des Kammerchores Peter Schwarz

Arthur Hipp  geb. in Kempten(Allgäu), Studium in Augsburg, Berlin und Wien / Auftritte in Europa, Israel und Südamerika / Rundfunkaufnahmen in versch. Ländern Europas / Kammermusiktätigkeit mit Musikern der führen den Orchester Berlins

Josefine Horn  geb. 1965 in England, Studium der Kirchenmusik und Musiktheorie in Stuttgart, arbeitet als Kantorin in Berlin Nikolassee und ist jahrelange Gastorganistin bei den Zepernicker Randspielen

Sopran: Ines Villanueva (Solo im Agnus Dei von W.Jacob)
              Isabelle Vosskühler
              Sabine Wüsthoff
Alt:         Bettina Spreitz-Rundfeldt
              Juliane-Philine Rothmaler
              Dinah Backhaus
Tenor:    Friedemann Büttner
              Christian Mücke,
              Hans-Christian Braun
Bass:   
Simon Berg (Solo im Agnus Die von W. Jacob),
              Paul Mayr
              Thomas Pfützner

 

20 Uhr

Kammermusik
Ensemble JungeMusik

 

PETER KÖSZEGHY
Totem into the pandemonium (UA)

1. Ein Gedenkpfahl für den kürzlich verstorbenen H.P.Jannoch, der mich bei meinen Kompositionsstudien an der HfM Hanns Eisler mit seinen philosophischen und musikalischen Idea`s manchmal das Leben in mir gehalten hat.
2. Klangliche Einführung in meine Vision über die eigene innere Hölle. 

Biographie unter www.koeszeghy.de

 

MAX E. KELLER
aushalten und bewegen für Akkordeon / 1988 (14 min.)

Bis auf einige freie Gestalten sind alle Vorgänge aus dem Kontrast zwischen liegendem Klang („aushalten“) und rhythmisch strukturierter Klangwiederholung („bewegen“) abgeleitet. Tenuto und Rhythmus folgen dabei je selbständigen Variationskurven. Gleichzeitig wird der Tonraum wellenförmig durchschritten, wobei öfter Extremlagen aufgesucht werden. Die Komposition lässt sich daher bis auf einige Irritationen weitgehend als Überlagerung von drei unabhängigen, unregelmässigen Wellen verstehen. Anzufügen wäre, das die Begriffe „aushalten“ und „bewegen“ neben der mehr musikalisch-technischen auch andere Bedeutungen tragen.

Biographie unter www.max-e-keller.ch

 

HELMUT ZAPF
auf dass die Gebeine wieder fröhlich werden 
für Klarinette und Kontrabass

„…lass mich hören Freude und Wonne, auf dass die Gebeine wieder fröhlich werden, die du zerschlagen hast….und gib mir einen neuen und beständigen Geist…“ (Psalm 51)

Biographie unter www.helmutzapf.com

 

RICO GUBLER
Fünf Studien für Klavier in sechs Sätzen, leicht zerstreut
(1994/95)

Verschiedene Aspekte kompositorischen Arbeitens prägen diese kleine Sammlung von Klavierstücken. Die Stücke sind klar thematisch gegliedert, es kommen ihnen teilweise sogar die Funktion „moderner“ Stilübungen zu. Die Komposition wurde für die Klavierklasse von Jean - J. Dünki an der Musikakademie Basel geschrieben.

Der zweite Satz arbeitet zum Beispiel mit einem „negativen Choral“, d.h. die Klangfarben und deren Fortschreiten in dichten Clusterklängen werden durch einen ausgelassenen tonalen Choral bestimmt. Den Abschluss des dritten Stückes bildet eine Kette von verzahnten übermässigen Dreiklängen, Akkorde von sehr eigener Spannkraft. Die längste Ausbreitung erfährt der darauf folgende Tremolosatz, der in seiner Klangentwicklung und dem zeitlich gestreckten Verlauf den beiden identischen Ecksätzen diametral gegenübersteht.

Biographie unter www.neuemusik.ch/ricogubler

 

SEBASTIAN STIER
hin her
    (UA) 3 Sätze für Es-Klarinette, Violine und Akkordeon (2002/2004)

Die Komposition entstand in zwei Etappen: den 1. Satz komponierte ich als eigenständiges Stück im Herbst 2002.  Diesem kleinen vier-Minuten-Stück fügte ich in diesem Frühjahr einen 2. und einen 3. Satz hinzu. Dabei wollte ich dem 1. Satz keinesfalls nur kontrastive Charakterstücke zur Seite stellen. Vielmehr galt mein Interesse einem streng konstruierten formalen Ablauf, in dem die drei Sätze geradezu zwingend aufeinander folgen. Dies versuchte ich zu erreichen, indem ich die schon im 1. Satz auf mehreren Ebenen (Harmonik, Rhythmik, Melodik, Taktschema) etablierte Pendelbewegung auf die Großform übertrug. Durch verschiedene Manipulationstechniken kann es so ab einem bestimmten Punkt der Komposition zu einem paradoxen Eindruck kommen: alle Ereignisse kommen einem bekannt vor, doch man erkennt nichts wieder. Eine wesentliche Anregung zu dieser Komposition fand ich  in dem Text der und die von Ernst Jandl (dem auch der Titel entnommen ist und den ich in einer früheren Komposition vertont habe); die dreisätzige Fassung verdanke ich jedoch den Interpreten der heutigen Uraufführung (die mich mit Geduld und Beharrungsvermögen um die Erweiterung baten): Christine Paté – Akkordeon, Susanne Zapf – Violine und Matthias Badczong – Es-Klarinette. Ihnen ist “hin her” gewidmet.
hin her
entstand im Auftrag der Senatsverwaltung für Wissenschaft, Forschung und Kultur Berlin.  Sebastian Stier

 

MATTHIAS BAUER
Vorspiel auf dem Theater für Ensemble (Text aus Goethes 'Faust')

 

Zu den Ensemble Mitgliedern:

Christine Paté (Akkordeon)wurde 1966 in Lyon geboren und begann mit vier Jahren Akkordeon zu spielen. Nachdem sie am Conservatoire National in ihrer Heimatstadt und in Paris ihre Ausbildung in den Fächern Klavier und Akkordeon abschloß, setzte sie ihre Studien von 1990-1993 bei Hugo Noth in Trossingen mit einer künstlerischen Ausbildung als DAAD-Stipendiatin fort. Sie lebt seit 1994 in Berlin, ist als Pädagogin tätig und gibt Kurse im In-und Ausland. Sie konzertiert international solistisch sowie als Kammermusikerin in den unterschiedlichsten Besetzungen und als Partnerin namhafter Solisten (Ensemble United Berlin, Villa Musica, I. Arditti, Th. Brandis u.a.).

Matthias Badczong (Klarinette) wurde 1967 in Oranienburg geboren und erhielt dort mit sieben Jahren seine erste musikalische Ausbildung. Er studierte von 1988 bis 1993 im Hauptfach Klarinette an der Hochschule für Musik „Carl Maria von Weber“ in Dresden. Seit 1993 ist Matthias Badczong freischaffend in Berlin tätig. Neben seiner Tätigkeit in verschiedenen Orchestern und Ensembles widmet er sich insbesondere der Interpretation zeitgenössischer Musik (Kammertrio Timbre, Kammerensemble Neue Musik Berlin Zeitgenössische Oper Berlin u.a.). Er wirkte bei zahlreichen Uraufführungen mit; darunter auch bei mehreren für ihn komponierten Werken.

Arno Waschk (Klavier) siehe www.arnowaschk.de

Susanne Zapf (Violine), geboren 1979 und studierte Violine in Berlin bei Koji Toyoda und Ilan Gronich. Nach einem Studienaufenthalt in London mit Grigory Zhislin setzte sie ihr Studium bei diesem in Wuerzburg fort.Susanne Zapf gewann 2002 den Kranichsteiner Musikpreis. Sie ist Geigerin des DASZ Quartettes und spielt in verschiedenen Ensembles Aushilfe (u.a. Ensemble Resonanz , Ensemble Modern Orchestra , Musikfabrik NRW , Ensemble Mosaik, Ensemble Chronophonie ).
Seit September 2004 lebt und studiert sie in Amsterdam.

Erik Drescher (Flöte) geboren 1972 in Bremen. Lebt in Berlin. Studium bei Carin Levine und Hans-Jörg Wegner an der Musikhochschule Detmold. Teilnahme an diversen Meisterkursen, u.a. bei Robert Aitken, Roberto Fabbriciani, Auréle Nicolet; private Studien bei Robert Dick. Mehrmalige Teilnahme an den Internationalen Ferienkursen für Neue Musik Darmstadt.
Konzerttätigkeit im In- und Ausland - (u.a. Bienale artGenda Stockholm; Festival Internacional de Música Electroacustica Primavera en La Habana, Kuba; musikprotokoll im Steirischen Herbst Graz; HerbstZeitTon ORF Wien; documenta 11 Kassel
Biographie unter  www.kschmidt.net/html/erik_drescher.html  

Matthias Bauer (Performer für Kontrabass, Stimme und Bewegung)
1959 in Thüringen geb. ,studierte an der HfM Hanns Eisler. 1980 - 1988 lebte  und arbeitete er in Lyon; zahlreiche Projekte experimentellen Musiktheaters. 1988 bis 1991 arbeitete er in Köln, vor allem im Bereich improvisierter Musik.  Seit 1991 lebt er wieder in Berlin, Soloprogramme für Kontrabass und Stimme stehen neben kammermusikalischer Tätigkeit im Vordergrund.

 

22 Uhr   

MIXTUR II

 

THOMAS HEYDE
Wellen vom Untergrund (2002)  für Blockflöte und CD Zuspiel

Biographie des Komponisten unter www.tchey.de

Blockflöte  Susanne Köszeghy  (*Riemann) geboren 1971 in Madison/Wisconsin (USA)
Blockflötenstudium in Stuttgart und Leipzig. 1996-97 ERASMUS-Stipendium für ein Studienjahr am Sweelinck-Konservatorium Amsterdam bei Walter van Hauwe.
1997-99 Meisterklassenstudium an der HfM Leipzig bei Prof. Robert Ehrlich als Graduierten-stipendiatin des Freistaates Sachsen, Meisterklassenexamen 1999 "cum Laude".
Susanne Riemann ist neben ihrer Arbeit mit "les trois en bloc" Mitglied mehrerer Ensembles,
Biographie der Flötistin unter      www.lestroisenbloc.de/SusanneRiemann.html

wurde kurzfristig abgesagt

 

LOTHAR VOIGTLÄNDER 
Salmo Salomonis   für Englischhorn solo (UA)

Vom weisen Salomo ist uns der Satz übermittelt: „ Wo viel geschwätzt wird, da wird auch ZORN entstehen. Und wer im Zorn die Lippen zusammenhält, der ist weise. „  Ist der Satz schon schwer genug im täglichen Leben  zu beherzigen, so ist dies insbesondere für einen Englischhorn-Spieler schier unmöglich zu realisieren. Die vorliegende Kammermusik ist durchaus szenisch zu interpretieren und speziell für dieses Konzert in einer revidierten Fassung als UA zu hören.

Biographie des Komponisten unter www.lothar-voigtlaender.de

Englischhorn: Simon Strasser, geboren 1973 in Stuttgart, studierte Oboe bei Prof. Müller-Brincken (HfM Würzburg), Prof. Rodrigues (HfM “Hanns Eisler“ Berlin) und Prof. Glaetzner (UdK Berlin). Von 1997 bis 2000 war er Mitglied der Jungen Deutschen Philharmonie (Bundesstudentenorchester). Als freischaffender Musiker in Berlin lebend bewegt er sich in den verschiedensten Bereichen musikalischen Schaffens, wobei der Schwerpunkt seiner Arbeit in der zeitgenössischen Musik liegt, insbesondere als Mitglied des ensemble mosaik Berlin. Zudem ist er ständiger Gast beim Ensemble Resonanz Hamburg.

 

SUSANNE STELZENBACH 
vis-à-vis    für Sopran und Zuspiel (2000)

Das  Stück  besteht aus vier "Klangräumen. Es sind vier "leere“ Räume in denen die Solostimme vergeblich  ein vis-à-vis sucht. Was sie findet ist eine ihr verwandte Stimme die transponiert, überlagert, rückwärts zu ihr zurückkehrt, eine Stimme mit der sie manchmal spielt wie ein Kind mit einem Echo, ein anderes Mal verstärkt diese Stimme die Leere des Raumes und noch ein anderes Mal ist es ein Phantasiegebilde fremd und unerklärlich.
Biographie der Komponistin unter www.hoyerstelzenbach.de

 

Sopran: Katia Guedes, die Brasilianerin studierte Gesang und Oboe an der Universität des Staates São Paulo, Brasilien. Anschließend erhielt sie von der Konrad-Adenauer-Stiftung ein Stipendium für ein Gesangs-Aufbaustudium in Deutschland. Sie hat an zahlreichen Opernproduktionen teilgenommen.Einen wichtigen Platz in ihrem Schaffen räumt die Sopranistin der Interpretation zeitgenössischer Musik ein. Zahlreiche UA in der ganzen Welt. Die erste CD von Katia Guedes "poesia paulista, 12 canções" (Gedichte aus São Paulo, 12 Lieder) ist in São Paulo erschienen. Auch "A Canção Brasileira" ("Das brasilianische klassische Lied") ist demnächst als CD erhältlich. Auch in Deutschland sind "Aus jüdische Volkspoesie - Dmitri Schostakowitsch" und "As Malibrans" von Jocy de Oliveira erschienen.
Biographie der Sopranistin unter  www.kschmidt.net/html/katia_guedes.html

 

MAX E. KELLER
Erinnerungen V für Orgel (UA) …für meinem alten Freund Gerhard Stäbler ...

1988 auf der Rückfahrt von einer Aufführung meiner szenischen Kantate „Fontamara“, die Gerhard  in Essen veranstaltet hatte, notierte ich 1987:  „Et l’on revient toujours à ses premiers amours“ (Man kehrt immer zur ersten Liebe zurück). „Erinnerungen V“ beginnt mit einem Jazzakkord, allerdings über etliche Oktaven zerrissen – meine erste musikalische Liebe war der Jazz. Auf seinen ausgehaltenen Tönen tauchen Rhythmen auf, die erinnern san politische Lieder und damit an die  gemeinsame Vergangenheit mit Gerhard. Auch jazzige Rhythmen beleben den Tenuto-Akkord und Erinnerungen an „Fontamara“ mit der typischen Verkürzung des Viertelschlages auf ein Achtel („störrisches Achtel“ nannte ich es). Und dann kommt Gegenwart des Speisewagens, das rhythmische Motiv… Zwischen diesen Passagen gleichwertig Felder, auf denen Neues, Andersartiges geschieht…. “On revient toujours ...“  (Auszug von  Max E. Keller, 2004)
Biographie der Komponistin unter www.max-e-keller.ch

 

MICAHEL MARIA ZIFFELS
auditive diagnose für Tonband (1999) 

Geboren 1967 in Viersen (Niederrhein); Als Kind und Jugendlicher Klavierunterricht bei Gehard Löffler, Kantor. Flöte autodidaktisch. Engagiert in der ökumenischen Jugendarbeit, wo er einen Chor und ein Instrumentalensemble aufbaut und leitet. Theaterarbeit mit der Jungen Bühne Viersen, für die er die Musik komponiert.
1984-1989 Studium der Komposition und Musiktheorie bei Nicolaus A. Huber und elektronische Musik bei Dirk Reith an der Folkwanghochschule in Essen.
1989 Umzug nach Berlin, seit 1987 künstlerische Zusammenarbeit mit dem Maler Hal Faust. Beide gründen 1992 ein Büro für audiovisuelle Kommunikation. Seitdem tätig als freier Komponist, Musiker und Designer.
mehr Infos: www.auditive-diagnose.de

 

CHICO MELLO
upitú für Flöte solo (1994)

Ich spiele gerne auf Instrumenten, die ich nicht spielen kann. Ich habe mir eine Flöte ausgeliehen und hörte damals gerne die Musik der Suyäs Indianer: die Flöte ist ein klingendes interkulturelles selbstentdeckungs Objekt geworden. Upitu heißt auf Tupi Guarani, eine der in Brasilien meist gesprochene Indianische Sprache, so etwas wie Atmen.

Chico Mello ist in Curitiba, Brasilien geboren. Nach einem Medizinstudium in Curiüba studierte er Komposition in Säo Paulo bei H.J.Koellreuter und danach in Berlin bei Dieter Schnebel und Witold Szalonek an der UdK
Biographie unter www.timescraper.de/komponisten/chico_mello.html 

Erik Drescher (Flöte)  geboren 1972 in Bremen. Lebt in Berlin. Studium bei Carin Levine und Hans-Jörg Wegner an der Musikhochschule Detmold. Teilnahme an diversen Meisterkursen, u.a. bei Robert Aitken, Roberto Fabbriciani, Auréle Nicolet; private Studien bei Robert Dick. Mehrmalige Teilnahme an den Internationalen Ferienkursen für Neue Musik Darmstadt.
Konzerttätigkeit im In- und Ausland - (u.a. Bienale artGenda Stockholm; Festival Internacional de Música Electroacustica Primavera en La Habana, Kuba; musikprotokoll im Steirischen Herbst Graz; HerbstZeitTon ORF Wien; documenta 11 Kassel
Biographie unter 
www.kschmidt.net/html/erik_drescher.html

 

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19.September 2004 

10.30 Uhr

Gottesdienst mit zeitgenössischer Musik von John Cage und Ruth Zechlin, Predigt: Pfarrer Dr. Thomas Ulrich (Parochial)

 

16 Uhr

Rainer Kirsch liest neuere Texte
Petraca hat Malven im Garten, und beschweigt die Welträtsel
Musik von und mit
Taner Akyol (Baglama), Dietrich Petzold (Viola) und Wu Wei (Sheng)

 

18 Uhr

Kammerensemble Neue Musik GANESHA

Rudolf Döbler - Flöten, Gudrun Reschke - Oboen, Winfried Rager - Klarinetten, Robin Hayward - Tuba

 

Daniel Göritz
face I - man without fear (UA)

Der Hintergrund der Komposition ist angeregt durch ein Interview mit dem blinden Kalifornier Dan Kish der mit dem Fahrrad durch die Stadt kurvt oder auch allein durchs Gebirge wandert. Das verdankt er einer wundersamen Ortungstechnik: Er schnalzt mit der Zunge und lauscht auf die Echos. Den Kopf schwenkt der Blinde beständig wie eine Radarantenne, die das Gelände abtastet. Auch ein Zaun lässt sich orten? "1a", sag[ Kish. "Wenn es still ist und nicht allzu windig, kann man sogar Maschendraht wahrnehmen." Wie der sich anhört? "Sehr fein. Wie fast nicht da." Wie ein Gourmet der Akustik verkostet er feinste Schallreflexionen. Kleinere Objekte zum Beispiel klingen heller als der Ausgangston; sie werfen eher die hohen Frequenzen zurück. Und die winzige Verzögerung, bis der Schall als Echo zurückkehrt, verrät die Distanz. Unter drei Metern wird der Zeitabstand so kurz, dass Schnalzlaut und Echo einander durchdringen; der Ton erhöht sich dadurch. ...Das Ohr ist ein Organ der Räumlichkeit… - (Daniel Göritz)
Biographie unter  www.daniel-goeritz.de

 

Thomas Meadowcroft
Acre Blocks / Würgatzel (UA)
fürTuba in Es, Altflöte, Englischhom und Klarinette

Ein 'acre block' ist die 4047 qm große Einheit, in die Grundstücke zerteilt sind und auf denen allein stehende Häuser gebaut werden. In Australien ist der 'acre block' das Messende und Skalierende, während die Städte immer weiter in die Landschaft hineinsickern. Das Stück Acre Blocks (Würgatzel) wurde inspiriert von dem, was man bei dieser Grundstücksnutzbarmachung hört, mit Rasenmähermotoren und Vogelrufen (butcher bird, Würgatzel) als Ausgangsmaterial.

Thomas wurde in Canberra, Australien in 1972 geboren und wuchs in Toowoomba Queensland auf. 1994 zog er in die Vereinigen Staaten und studierte Komposition bei George Crumb an der Universität von Pennsylvania und bei Brian Ferneyhough an der Universität von Kalifornien, San Diego. Er arbeitete mit dem kanadischen Videokünstler Peter Sabat an dem Kurzfilm Weather Forecasting Opera. In Zusammenarbeit mit den Musikern entstanden Solostücke für Alex Waterman sowie Christian Dierstein für das 'Forum Neue Musik Luzern' 2003. Seine Werke wurden bei vielen Festivals gespielt, u.a. 'Presences' Paris 2002, 'Wittener Tage für neue Kammermusik' 2001, 'Volk Nouvelles' Fondation Royaumont 2000. Thomas Meadowcroft lebt seit 1998 in Berlin.

 

Helmut Zapf
Odem (UA der Fassung ohne CD's)

Die Komposition enstand für die Randspiele 2004 und das KNM Ganseha. Ganz im Sinne des Titels will die Komposition natürlich auf die spezielle Bedeutung der Atmung bei den Bläsern hinweisen, aber auch auf den Bedeutungswert des "Odems", verglichen mit dem Wort Atem.

Odem bedeutet Verdichtung, Erhebung, das Wort wird zum Symbol für Schöpfung, Freiheit und Kreativität. Odem auch als Inbegriff von Vergänglichkeit und immer neuem Werden. Odem als Vorgang, aus dem ein zerbrechliches Klanggeflecht erwächst, welches sich der Konkretisierung zwar beständig entzieht, das als Klanggeschehen aber unnachgiebig fortlebt und selbst im Verklingen Unbekanntes und Neues erfahrbar werden lässt...
Biographie unter www.helmutzapf.com

 

Tobias Schwencke
Bruchstück (2004) für FI; Ob, Ki, Tb

"Überall, wo der Gehalt als ewig und allgültig gedacht wird, gibt es nur einen großen Zauber: den der wechselnden Form, das heißt der Mode..."(F. Nietzsche, Morgenröte)

Die einzelnen Teile der Komposition wechseln zwischen zwei stark kontrastierenden dramaturgischen Prinzipien, denen die musikalische Struktur folgt. Das bedeutet, dass die vergehende 7eit in den jeweiligen Teilen unterschiedlich wahrgenommen wird. Dieser Wechsel der Zeit-Erlebnis-Arten/Formen prägt den Ausdruck/den Charakter/die Atmosphäre/das Erleben der Gesamtform.

 

Walter Zimmermann
Shadow of Cold Mountain V für Flöte, Oboe, Klarinette, Tuba (2003)

Es übersetzt die gestisch-kalligraphischen Liniengeflechte von Brice Mardens Bildzyklus Cold Mountain in Klang. Was bei Marden freiheitlicher Ausdruck einer losen, weiten und schweifenden Linienfolge ist, wird hier zum Grenzgang. Instrumente sind nicht für Grenzenloses gebaut, jede Freiheit kommt in Konflikt mit der Mechanik. Die schweifende Linie, in Musik übersetzt, wird nur durch strengstes Abmühen erfahrbar. So weit können Malerei und Musik auseinander liegen. Jedoch trifft sich Farbwelt und Tonwelt jenseits dieser Anstrengung, in Mannigfaltigkeit der Verbindungen der sekundären Klangprozesse der Interterenrtöne und Differenztöne. Die primäre Gestik des Malens wird hier erst in der sekundären Klangebene wahrnehmbar, hinter der Struktur. -,

 

 

20 Uhr

UNITEDBERLIN ENSEMBLE
Changgu: II-Ryun Chung; Klangregie: Blazlej Dowlasz

 

HELMUT ZAPF
Trio für sieben Streicher

Das Stück entstand für das Ensemble Oriol 1990. Vorgabe war: die "Verklärte Nacht"- Besetzung von A. Schönberg und eine Partitur zu schreiben, die ohne Dirigenten ausführbar ist.
Wie durch die Aufstellung ersichtlich, sind die Instrumente in Gruppen gegliedert: va.vc. -vl.cb.vl. - vc. va. Dieses grosse Trio wird im Kein getragen durch das eigentliche Trio in der Mitte. Im Verlauf des Stückes wandeln sich die TrioKonstellationen, verschiedene Trios bilden sich, so z.B. vc.cb.vc, oder vl.vl.va - links und das ganze auch rechts, usw., so dass es immer auch um klang-räumliche Symmetrien, oder Asymmetrien geht, die das Stück von Anfang bis Ende durchwandern, ihm seine Entwicklung und Gesamtform entlocken.....
Das Stück ist 7sätzig, wobei die einzelnen Sätze im Verlauf der Komposition mehr und mehr im attacca  ineinander verschmelzen.
Biographie unter www.helmutzapf.com

 

Georg Katzer
verschattet, flüchtig, meistens gedämpft (Streichtrio, 1993)

Ein spröder lyrischer Komplex von einer knappen Minute, eine Generalpause, dann eine geräuschhafte Replik und wieder eine Generalpause. Aus dieser Grund-konstellation entfaltet sich das Stück. Während anfangs beide Charaktere unvermittelt nebeneinander stehen, kommt es mehr und mehr zu Mischungen von Klang und Geräusch, zunächst immer leise und fragil, doch mit sich verschärfendem Klang und Gestus auch aggressiver. Gleichzeitig lösen sich die Instrumente von ihrem anfangs eingeschränkten Tonvorrat, um schließlich auch die Bindung an ein gemeinsames Metrum aufzugeben. Nach diesem Ausbruch finden sie in einer umso strenger gefügten Schlußsequenz wieder zusammen, um leise gemeinsam zu schließen.
Biograhie unter www.georgkatzer.de

 

Jakob Ullmann
komposition für violine - symmetries on aleph zero - fassung für 2 vl und 2 va (
UA)

 

il-Ryun Chung
KwangYa für Streichquartett und Changgu

Das Stück basiert auf Tanzrhythmen aus drei verschiedenen Regionen Koreas. Die zweifellige Changgu ist die meistverbreiteste Trommel in Korea und wird sowohl als Begleitinstrument als auch als virtuoses Soloinstrument in Perkussions-ensembles verwendet. In KwangYa ist der Stil der Changgu an die SamuI-Nori-Perkussionsmusik angelehnt und stellt ihr einen ebenbürtigen Streichquartettsatz gegenüber.

Il-Ryun Chung, wurde 1964 in Frankfurt/Main als Kind koreanischer Eltem geboren 1984-89 Studium bei Carlo Domeniconi (Gitarre und Komposition) in Berlin. 1989-1995 Kompositionsstudium an der HdK Berlin bei Prof. Jolyon Brettingham-Smith. 2001 Mitbegründung des Ensembles "IIlZ+", bestehend aus den drei asiatischen Zithem Koto, Kayagum, Guzheng und der Trommel Changgu. Tourneen 2004 durch die USA, Belgien, Niederlande, Deutschland und Frankreich. Kompositionsstipendium und Kompositionsaufträge durch den Berliner Senat, höchste Auszeichnung im Wettbewerb des Berliner Festivals für Gitarre und Kammermusik 1994 für sein Duo für Flöte und Gitarre "Movement in Circles ll". Eine Begegnung von großer Wichtigkeit war das Kennenlernen des koreanischen Meistertrommlers Kim Duk-Soo, der Il-Ryun Chung mit der Perkussionsmusik Koreas vertraut machte und sein rhythmisches Empfinden entscheidend prägte.
Biograhie unter www.ilryunchung.com 

 

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